Offener Brief an den Beirat Blumenthal


2014-09-01 offener Brief01.09.2014 In einem offenen Brief an die Mitglieder des Beirats Blumenthal hat die Bürgerinitiative heute dazu aufgefordert, sich über die Mängel des sog. „Masterplans“ zur Sanierung der Grundwasserschäden durch das Tanklager Farge zu informieren. Hintergrund ist die nächste Beiratssitzung, in der Mitarbeiter des Bremer Umweltsenators den Masterplan vorstellen sollen.

Die Bürgerinitiative hat bereits kurz nach Veröffentlichung dieses Planes auf mehrere, aus ihrer Sicht eklatante, Mängel in der Planung hingewiesen. Als Beispiele seien hier das Fehlen konkreter Zielwerte oder die unvollständige Berücksichtigung bekannter Kontaminationsverdachtsflächen genannt.

Der geplante Zeithorizont erstreckt sich zudem über 40 Jahre.

Die Bürgerinitiative fordert daher die Beiratsmitglieger auf, sich vorab über eben solche Mängel im Detail informieren zu lassen, um die erforderlichen Korrekturmaßnahmen fundiert eingefordern zu können.

Der Brief im Wortlaut

 

OFFENER BRIEF AN DEN BEIRAT BLUMENTHAL

Sehr geehrte Damen und Herren Beiratsmitglieder,

das Tanklager Farge ist das weltgrößte künstlich angelegte unterirdische Flüssigtreibstoff-Lager der Welt. Erbaut zur Kriegsvorbereitung durch das Terror-Regime in der Zeit des National-Sozialismus, ist es heute die letzte noch in Betrieb befindliche Kriegs-Industrieanlage Deutschlands. Inmitten unserer Wohngebiete, mit einer Schule im direkten Gefahrbereich, mit einem Kindergarten, unter dem die Kraftstoffleitungen entlang laufen – und inmitten des einzigen Wasserschutzgebiets in der Stadt Bremen!

Das Tanklager befindet sich noch immer im Betrieb: der sog. „Stillstandsbetrieb“ wahrt den Status als betriebsbereite Rüstungsanlage. Bis heute liegt keine Information darüber vor, ob der Bund als Besitzer und Betreiber der Anlage seine Ankündigung, die Betriebsgenehmigung zurückzugeben, in die Tat umgesetzt hätte.

Die in den Jahrzehnten des als „sicher“ betrachteten Betriebs entstandenen Umweltschäden sind enorm: Kraftstoffe schwimmen mit z.T. mehr als einem Meter Schichtdicke auf unserem Grundwasser, das Anwohner lange ohne Kenntnis der nicht wahrnehmbaren Gefahr genutzt haben und das nicht zuletzt unser aller Trinkwasserversorgung dienen soll, auch wenn die Schadstoffe die Bremer Trinkwasserbrunnen nicht erreicht haben – noch nicht!

Am 15. September 2014 soll das Bremer Umweltamt dem Beirat Blumenthal den Masterplan zur Sanierung der Grundwasserschäden durch das Tanklager Farge vorstellen.

Wir haben bereits kurz nach Veröffentlichung dieses Planes auf mehrere, aus unserer Sicht eklatante, Mängel in der Planung hingewiesen. Als Beispiele seien hier das Fehlen konkreter Zielwerte oder die unvollständige Berücksichtigung bekannter Kontaminationsverdachtsflächen genannt.

Zudem zeigt der in diesen Tagen veröffentlichte 8. Sachstandsbericht leider, dass unsere Kritik an den aus unserer Sicht bisher viel zu geringen Maßnahmen absolut richtig war: Die Schadstoff-Fahne hat sich weiter ausgebreitet!

Da bisher noch keinerlei Beratungsbedarf geäußert wurde, fordern wir Sie, die Blumenthaler Beiratsmitglieder alle auf, sich mit der Bürgerinitiative Tanklager Farge in Verbindung zu setzen, damit wir Ihnen die für eine inhaltliche Diskussion mit den Vertretern des Umweltamtes erforderlichen Informationen im kleinen oder großen Kreis gezielt näher zu bringen können. Denn nur bei genauer Kenntnis um die inhaltlichen Schwachpunkte und Mängel des „Masterplans“ können die erforderlichen Korrekturmaßnahmen von Ihnen als gewählte Vertreter des Ortsteils fundiert eingefordert werden.

Bitte nehmen Sie unser Gesprächs- und Informationsangebot an und setzten Sie sich zwecks kurzfristiger Terminabsprache mit uns in Verbindung!

gez.

Heidrun Pörtner, Sprecherin, 1. Vorsitzende
Henning Leber, 2. Vorsitzender
Olaf Renisch, stellv. Vorsitzender

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