13. öffentliche Anwohnerversammlung 07.10.2014 (Video)

21.10.2014 Das erste Mal eine schriftliche, behördliche Bestätigung: das Tanklager soll geschlossen werden – soll, d.h. allerdings auch, man ist immer noch nicht weiter, als die Absicht zu erklären. Denn noch ist das Tanklager im betriebsbereiten Zustand, die Betriebsgenehmigung gilt bislang weiter!

Dies und viele andere spannende Themen sehen Sie in unserer Aufzeichnung der 13. Anwohnerversammlung „Tanklager Farge – endlich Geschichte?“ vom 07.10.2014.

Wenn Sie einen allgemeinen Einstieg in die Thematik suchen, empfehlen wir Ihnen außerdem unser Video „Tanklager Farge – Bau, Betrieb, Risiken… und Folgen“.

 

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00:00:00 Begrüßung / Vorstellung des Programms (Heidrun Pörtner)
00:04:28 Spendenaufruf Ritterhude
00:05:40 Wie geht es weiter mit dem Tanklager Farge? Schreiben des Gewerbeaufsichtsamts (GAA) Bremen zur definitiven Stilllegung
00:15:55 Rückblick: „Masterplan“ Sanierung / Gespräche mit Umweltamt / Präsentation im Beirat Blumenthal (Dipl.-Ing. Henning Leber)
00:08:13 Staatsanwaltschaft stellt Ermittlungen ein
00:22:19 Parallelen zur Explosion der Störfallanlage in Ritterhude
00:24:50 8. Sachstandsbericht: Kontamination breitet sich ungehindert weiter aus (Dipl.-Ing. Olaf Rehnisch)
00:48:20 Ihre Fragen bitte! – Fragestunde und Antworten auf die abgegebenen Fragen der Anwohner
01:44:52 Schlusswort / Termine (Henning Leber)

Zwischenablage-2

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Einstellung des Ermittlungsverfahrens: BI legt bei Staatsanwaltschaft Beschwerde ein

Rechtsprechung15.09.2014 Die größte – „leider“ nicht offen sichtbare – Rüstungsaltlast, die wohl zugleich die größte bekannte Umweltverseuchung der Bundesrepublik darstellt.

Die Reaktion der Bremer Staatsanwaltschaft: Einstellung des Vermittlungsverfahrens, weil Verjährung vorliegen „könnte“!

Wie in der Pressemitteilung vom 11.08.2014 bereits angekündigt hat die Bürgerinitiative nun gegen die Verfahrenseinstellung offiziell Beschwerde eingelegt.

Das Schreiben im Wortlaut

Staatsanwaltschaft Bremen
Ostertorstraße 10
28195 Bremen

Ermittlungsverfahren gegen Unbekannt;
Tatvorwurf: Gewässer- und Bodenverunreinigung
Geschäftsnummer: 315 UJs 8999/13

Bremen, den 10.09.2014

Sehr geehrte Damen und Herren!

Der Vorstand des Vereines „Bürgerinitiative Tanklager Farge“ zum Schutz der Umwelt und Reinhaltung des Grundwassers in Bremen-Nord und Umgebung e.V. legt hiermit Beschwerde gegen den Einstellungsbescheid des o.a. Verfahrens ein.

Eine Verjährung ist nicht eingetreten. Aus Fehlmengenanalysen können Kontaminationszeitpunkte abgeleitet werden. Durch Analysen der Verunreinigungen im Detail können Art und Zusammensetzung sowie Herstellungszeitraum der im Boden eingetragenen Kraftstoffe [Gasöl. Kerosin (JP8) und Benzin] und deren Additive durchaus ermittelt werden.

Es handelt sich hier um ein der größten Kontaminationsflächen des Tanklagers. Weitere Kontaminationen der übrigen 118 bekannte Kontaminationsverdachtsflächen sind bereits ebenfalls als konaminiert bestätigt.

Die Staatsanwaltschaft muss selbstständig den gesamten Schadensfall prüfen und kann sich nicht auf die sehr allgemeinen Ausführungen eines Institutes verlassen, das im Übrigen von der Stadtgemeinde ständig beauftragt wird. Es handelt sich um die größte Umweltkatastrophe der Bundesrepublik Deutschland!

Wir verlangen die Beiziehung sämtlicher Akten der Bundeswehr und der Tanklagerbetrieber. Alles ist zu prüfen und bei einer Einstellung darzulegen. Diese Ausführungen im Einstellungsbeschluss reichen bei Weitem nicht aus. Sie werden dem Sachverhalt in keiner Weise gerecht!

Hochachtungsvoll
gez.

Heidrun Pörtner
1. Vorsitzende

Dipl.-Ing. Olaf Rehnisch
stellvertretender Vorsitzender

Tanklager Farge: Bau – Betrieb – Risiken …und Folgen heute

27.08.2014 An der im Rahmen der Ausstellung „Die BWK in der Zeit des Nationalsozialismus“ stattfindenden Vortragsreihe hat sich auch die Bürgerinitiative beteiligt.

Neue und neu gebündelten Informationen bieten auch für Menschen, die das Thema noch nicht kennen einen überschaubaren, aber tiefgehenden Einstieg in die komplexe Thematik.

In einer sehr informativen Zusammenfassung aller bisher gewonnen Erkenntnisse wird der große Bogen geschlagen vom Bau durch Zwangsarbeiter über den bis heute personalintensiven Betrieb bis hin zu den immer noch existenten Risiken und den Umweltverschmutzungen, die Bremen noch über Jahrzehnte beschäftigen werden.

 Wir bitte die teilweise schlechte Tonqualität zu entschuldigen…

Video direkt bei YouTube ansehen…

0:00:15 Eröffnung durch Ausstellungskurator Detlef Gorn
0:02:12 Vorstellung Aktivitäten der Bürgerinitiative und des Referenten Dipl.-Ing. Olaf Rehnisch
0:03:3 Verwendete Informations-Quellen
0:04:00 Inhalte des Vortrags
0:04:18 Lage und Bau
0:20:00 Betrieb
0:24:19 Gefährdungen durch die Technik
 0:36:28 Gefährdungen durch Chemikalien/Gefahrstoffe
 0:39:23 seit wann sind die Umweltverschmutzungen bekannt
 0:41:47 Umgang mit den Kontaminationen heute
 1:04:41 Der „Masterplan“ zur Sanierung: Inhalte und Schwächen
 1:12:23 Fragen und Antworten

Wenn Sie nicht mehr die Gelegenheit haben sollten, die Ausstellung zu besuchen, können Sie hier die Wandposter zum Thema Tanklager in Ruhe studieren (als PDF):

Poster der BWK-Ausstellung als PDF (DIN A4)

Poster der BWK-Ausstellung als PDF (DIN A4)

Umweltsenator Dr. Lohse beim Thema Tanklager Farge: „Das macht mir keinen Spaß“

Am Montag, dem 28.10.2013, war der bremische Umweltsenator Dr. Joachim Lohse Gast bei der öffentlichen Sitzung des “Ausschusses für Bau, Umwelt, Verkehr und Stadtentwicklung“. Hauptthema des Abends war das Tanklager Farge – neben vlcsnap-2013-10-30-16h29m49s85Fragestellungen der Bebauung der Binnendüne und der Ausweitung des Trinkwasserschutzgebietes in Blumenthal. Neben vielen Vertretern von TV, Radio und Presse (Medien s.u.) waren auch knapp 150 Anwohner zu dieser mit Spannung erwarteten Sitzung in den Gemeindesaal der Kirchengemeinde Lüssum erschienen.

Fragen, Fragen, immer nur Fragen…

Bereits beim Thema Ausweitung des Trinkwasserschutzgebietes in Blumenthal gab es gewichtige Statements des Umweltsenators. Das Trinkwasser sei ein wichtiges Gut und müsse für kommende Generationen in den nächsten Jahrhunderten geschützt werden. Es wird viel über Gutachten und Fördermengen geredet. Über die Möglichkeit der Versalzung des Trinkwassers und des Trockenfalls der Blumenthaler Aue. Nur einmal taucht auch hier bereits der Begriff Tanklager auf, dessen Schadtofffahne sich derzeit unaufhaltsam auf das Trinkwasserschutzgebiet in Blumenthal zubewegt und möglicherweise noch viel verheerendere Gefahren für unser kostbares Trinkwasser birgt. Doch es war noch nicht an der Zeit. Es mussten noch schwer nachvollziehbare formale Details zu Inhalten und Formulierungen der Gutachten ausgetauscht werden. Die Spannung stieg dramatisch an.

Ortsamtsleiter Peter Nowack eröffnete dann endlich mit einem Blick auf das Bremer Umweltinformationssystem BUISY die Fragestunde zum Thema Tanklager Farge. Die Bürgerinitiative hatte im Vorfeld mehrere Fragen an den Umweltsenator formuliert, die von ihm an diesem Abend beantwortet werden sollten. Wenn auch nicht alle Fragen vollständig beantwortet wurden, so unterstrich Herr Dr. Lohse in seinen Antworten, dass die Altlasten im Tanklager Farge gesichert und durch den Verursacher saniert werden müssen. Auch sei sich seine Behörde mit dem Bund, der als Besitzer der Immobilie und als Betreiber der Anlagen in der Verantwortung steht, einig, dass hier alles getan werden müsse, um die Umweltschäden in den Griff zu bekommen. Allerdings hätte sich durch den Betrieb des Tanklagers in den letzten 20 Jahren das Grundwasser nicht verschlechtert.

Auch dem Beirat reichen die Antworten nicht aus

Der Beiratsausschuss setzt nach und fragt, warum denn – obwohl durchaus bekannt – so lange nichts getan wurde? Erst sein Vorgänger hätte mit der systematischen Aufarbeitung dieser Umweltkatastrophe begonnen, entgegnete der Senator. Die Umweltschäden in dieser Größe stellten Bremen vor – so der Senator – aus eigener Kraft kaum lösbare vlcsnap-2013-10-30-16h31m51s232Herausforderungen. Es werde bereits saniert, aber das sei aufwändig und würde lange dauern. Auch ihm ginge das nicht schnell genug. Aber es sei der „Stand der Technik“. Er verbindet das mit einem Aufruf an die Öffentlichkeit, sofern bekannt doch bessere Verfahren, als die bereits eingesetzten zu benennen… Er würde sich persönlich für eine Prüfung einsetzen. Das klang glaubwürdig. Aber es klang auch schon fast nach einem verzweifelten Hilferuf.

Herr Rehnisch von der Bürgerinitiative warf ein, dass die regelmäßig von der Umweltbehörde beauftragten Sachstandsberichte zum Tanklager Farge erheblichen Grund zur Besorgnis böten, da sich an einigen Messpunkten in den Wohngebieten die Werte deutlich erhöht hätten. Der Senator zögert fast unmerklich. Das müsse die Behörde noch prüfen. Die anwesenden Anwohner mussten sich dabei doch fragen: Ist unser kostbares Trinkwasser und damit auch unsere Heimat vielleicht noch viel schneller in Gefahr als erwartet?

„Wir wollen hier leben!“

An diesem Höhepunkt des Abends fordert die Sprecherin der Bürgerinitiative, Heidrun Pörtner, den Senator eindringlich auf, sich weit über das bisherige Maß hinaus für die Sanierung und den nachhaltigen Schutz der Lebensgrundlagen der Bürgerinnen und Bürger in Bremen-Farge einzusetzen, damit die Lebensqualität in Farge erhalten bleibt. „Wir leben hier und wir wollen hier leben bleiben und wir erkennen nicht, dass genug dafür getan wird!“ so die Sprecherin Heidrun Pörtner. Langanhaltender Applaus ist an diesem Abend ein Ventil für die anwesenden betroffenen Bürger. Das einzige Mal an diesem Abend wirkte der Umweltsenator persönlich betroffen. Er sei in der Öffentlich falsch dargestellt und „als Buhmann“ hingestellt worden. „Das macht mir keinen Spaß“ erwiderte er auf den Appell der Bürgerinitiative.

Leider macht es auch den Bewohnern der betroffenen Ortsteile keinen Spaß, auf einer riesigen Öllache mit hochgiftigen Substanzen zu leben, die ohne wesentlich raschere Sanierung dem Stadtteil keine echte Zukunftschance lässt.

Seine eigene Partei fordert Stilllegung

Einem von Frau Dr. Schäfer, Bürgerschaftsabgeordnete von „Bündnis 90/Die Grünen“ – also seiner eigenen Fraktion – am selben Abend vorgetragenen Beschluss sich für die engültige vlcsnap-2013-10-30-16h31m32s58Schließung des Nazi-Tanklagers einzusetzen will er sich trotz mehrfacher Aufforderung aus dem Publikum aber ausdrücklich nicht anschließen!

Der Senator ist der Auffassung, dass die Arbeit der Bürgerinitiative die Bürger verunsichert. Wir glauben, dass die ganze Wahrheit, eine gelebte schonungslose Offenheit und Ehrlichkeit miteinander sowie überdurchschnittlich große, gemeinsame Anstrengungen erforderlich sind, um die Katastrophe beherrschbarer zu machen.

Wenn Sie sich als betroffener Bürger verunsichert fühlen, kommen Sie zu uns. Wir sind füreinander da. Gemeinsam finden wir einen Weg!

Kommen Sie zu den Terminen der Bügerinitiative oder nehmen Sie hier mit uns Kontakt auf.

Medienberichte zu dieser Veranstaltung:

Radio Bremen„Ende des Tanklagers rückt näher“ (02:41 min)
RB Buten und Binnen vom 29.10.2013 hier ansehen…

Das BLV

30.10.2013 “Ein Senator gegen alle”
Das BLV hier lesen… (S. 1 und Kommmentar auf Seite 2)

WeserKurier29.10.2013 „Streit um Tanklager in Farge“
Weser-Kurier/Die Norddeutsche hier lesen..

WeserKurier29.10.2013 „Lohse enttäuscht Anwohner in Farge“
Weser-Kurier/Die Norddeutsche hier lesen…

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