Keine Sanierung im Wohngebiet? Antworten bei der 17. Anwohnerversammlung

Dienstag, 07.Juni 2016, 19:00 Uhr
im
Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchgemeinde Rönnebeck-Farge
Farger Straße 19

30.05.2016 Mit der offenen Frage „Schadstoff-Fahne im Wohngebiet: keine Sanierung geplant?“ lädt die Bürgerinitiative „Tanklager Farge“ e.V. zur nächsten, regelmäßig veranstalteten Anwohnerversammlungen ein. „Wir sind über den vom Blumenthaler Beirat eingerichteten öffentlichen Tanklagerausschuss sehr froh“ stellt Vereinsvorsitzende Heidrun Pörtner fest. „Dennoch wollen wir aber weiterhin den direkten Dialog zwischen Politiker sowie Behörden und uns Bürgerinnen und Bürgern sicherstellen!“ Daher hat die Bürgerinitiative (BI) neben Abgeordneten der Bürgerschaft und Behördenvertretern auch wieder Umweltsenator Dr. Joachim Lohse und Finanzsenatorin Karoline Linnert eingeladen.

Info Tanklager allg. 2016

Info-Flyer (PDF)

Zu Beginn der Veranstaltung wird ein alternatives Sanierungskonzept vorgestellt werden, welches auch die Schadstoffe außerhalb des Tanklagergeländes, also in den Wohnbereichen berücksichtigt. Hierzu wird Dipl.-Geologe Georg Karfusehr referieren, der als anerkannter Experte für Schadstoffsanierung jahrzehntelange Expertise vorweisen kann. „Dank der von Herrn Karfusehr der BI unentgeltlich zur Verfügung gestellten Ausarbeitungen, können wir zeigen, dass der von der Behörde bisher geplante Sanierungszeitraum von mehr als 30 Jahren deutlich unterschritten werden kann“ freut sich Ingenieur Olaf Rehnisch, stellvertretende Vereinsvorsitzender des Vereins. Senator Lohse hatte im Herbst 2014 in der öffentlichen Baudeputationssitzung in Lüssum diese Unterstützung von den betroffenen Bürgern eingefordert. „Schnellere Sanierungskonzepte liegen also auf dem Tisch“, meint Rehnisch. „Jetzt versuchen wir seit längerem, die zuständigen Stellen dazu zu bewegen, diese auch anzuwenden“

Ein mittlerweile fester Tagesordnungspunkt der Informationsveranstaltungen sind die Berichte über die Entwicklung der Grundwasserschäden die vom Tanklagergelände ausgehen. Der aktuellste Sachstandsbericht wurde bereits von der BI eingefordert. „Leider gibt es hinsichtlich der Informationspolitik noch keinen Automatismus“ stellt Ingenieur Henning Leber, 2. Vorsitzender des Vereins, fest. „Erst auf intensive Nachfrage kommen wir an die zu veröffentlichenden Berichte“, so seine Resümee der letzten Jahre.
Die 17. Anwohnerversammmlung findet statt am Dienstag, 07.Juni 2015, 19:00 Uhr
im Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchgemeinde Rönnebeck-Farge Farger Straße 19. Der Eintritt ist frei.

Diesen Text als Pressemitteilung: 2016-05-30 Pressemitteilung (PDF)

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Ministerium antwortet der BI

Finanzministerium09.11.2015 Bei der Gründung der Bürgerinitiative im Herbst 2012 standen die Zeichen politisch auf Weiterbetrieb des Tanklagers. Eine Stilllegung? Damals noch undenkbar, aber eines der erklärten Ziele der BI, dann des Vereins. Im Mai 2015 dann die ersten Signale zu Stilllegung (hier lesen…).
Nun, nach fast 3 Jahren Bürgerengagement die Bestätigung: der Rückbau ist gestartet! Grund zu Freude, aber der Weg zur Beseitigung der Umweltschäden ist noch lang.

Lesen Sie hier die heutige Pressemitteilung zum Thema:

Der Verein der „Bürgerinitiative Tanklager Farge“ zum Schutz der Umwelt und Reinhaltung des Grundwassers in Bremen-Nord und Umgebung e.V. hatte im Oktober bereits ein zweites Mal Bundesfinanzminister Herrn Dr. Schäuble direkt angeschrieben, um genauere Details über das weitere geplante Vorgehen rund um das Tanklager einzufordern (Diese Schreiben des Vereines sind auf der Internetseite http://www.tanklagerfarge.de zu lesen).

Zu unverbindlich waren den Vereinsmitgliedern die offiziellen Aussagen seitens des Bundes, in dessen Anzeige über die „beabsichtigte“ Betriebseinstellung, der vorgesehene Termin als „nicht planbar“ bezeichnet wurde. Zu unsicher schien nur eine Absichtserklärung, deren Umsetzung auf sich warten lies. Auch ihre Verwunderung, dass der Erhalt der per Einschreiben eingereichten Unterschriftenlisten zur Stilllegung vom Ministerium nie bestätigt wurde, brachten sie zum Ausdruck.

„Jetzt ist der wichtigste, nicht zu widerrufende Pflock eingeschlagen“ kommentiert der 2. Vorsitzende des Vereins, Ingenieur Henning Leber das Antwortschreiben, das dem Verein „BI Tanklager Farge“  am Freitag erreichte. Im Auftrag des Ministers wird mitgeteilt, dass der Rückbau schon begonnen wurde. Teile der Pipeline zwischen Weserhafen und Tanklager befänden sich „in der Phase der endgültigen Stilllegung“. Nicht nur seien die Tanks nun endgültig geleert, es befänden sich sogar „alle Ex-Bereiche“ (besonders explosionsgefährdete Bereiche) im Rückbau. Ferner unterliege das Tanklager aufgrund der vorhandenen Restmengen schon nicht mehr Störfall-Verordnung. „Unsere Sorge, dass das Tanklager irgendwann noch einmal wieder in Betrieb genommen werden könnte, ist nun endgültig vom Tisch!“ freut sich die Vorsitzende Heidrun Pörtner. Derzeit ist der Bund mit den Bremer Behörden in der Abstimmung, in welchen Zustand das Gelände nach der endgültigen Stilllegung zu versetzen sei.

Auch zur Situation der Schadstoffe im Bremer Grundwasser äußert sich das Ministerium. „Wenn man die Details kennt, liest sich das weniger optimistisch“ relativiert Ingenieur Olaf Rehnisch das Schreiben. Während der Vereinsvorstand auf eine Sanierung der Schadstofffahne drängt, die sich weit in Richtung der Bremer Trinkwasserbrunnen erstreckt, spricht das Ministerium nur von der Bearbeitung der Kontaminationsschwerpunkte „im Tanklager“. Die Vorstandsmitglieder des Vereines hatten im Mai 2015 dem Bremer Umweltamt fachliche Sanierungsalternativen des Altlasten-Geologen Georg Karfusehr vorgestellt, die sich insbesondere mit der Intensivierung der Sanierung außerhalb des Tanklagers beschäftigen. Vereinbarungsgemäß wurden diese mit der Bitte um Stellungnahme der Senator für Bau, Umwelt und Verkehr diese an die zuständigen Bundesbehörden weitergeleitet.

„Wir sind sehr erstaunt aus dem Schreiben nun zu erfahren, dass eine Stellungnahme seitens des Kompetenzzentrums Baumanagement Hannover des Bundesamtes für Infrastruktur, Umweltschutz und Dienstleistungen der Bundeswehr Hannover der Umweltbehörde schon seit 2 Monaten vorliegt. Anscheinend ist das Thema den bremischen Behörden nicht wichtig genug, da sie diese Information bis heute weder dem Tanklagerausschuss des Beirats Blumenthal noch der BI mitteilten – oder es wird das extrem hohe öffentliche Interesse unterschätzt!“ ist der 2. BI-Vorsitzende Henning Leber verärgert. „Einen derartigen Meilenstein nicht zu kommunizieren zeugt nicht von Bürgernähe oder politischer Verantwortung.“, so Leber.

Über die genauen Inhalte des Schreibens, den neuesten Zustandsbericht und die alternativen Sanierungskonzepte informiert der Verein „BI Tanklager Farge“ im Rahmen der

16. öffentlichen Bürgerversammlung
am Dienstag, den 24.11.2015 ab 19:00 Uhr,
im Saal der Kirchengemeinde Farge-Rönnebeck, Farger Straße 19.
Der Eintritt ist frei.

Viel Arbeit im Hintergrund – für unser Bremer Trinkwasser

14.10.2015 So ruhig bei der BI? Mitnichten: wir sind mit Hochdruck hinterher, dass Bundesminister Schäuble und sein Ministerium endlich auf den eingebrachten Sanierungsvorschlag reagieren und eine klare Terminplanung erstellen zu lassen.

Schreiben an den Bundesfinanziminister Dr. Schäuble

Schreiben an den Bundesfinanziminister Dr. Schäuble (PDF)

Ungewöhnlich für Behörden: der Eingang des letzten Schreibens (per Einschreiben!) mit den Unterschriften der Petititon wurde nie bestätigt. Auch für das aktuelle Schreiben (Schreiben an Dr. Schäuble (PDF), Schreiben an Dr. Schäuble (Text)) haben wir den Rückschein des Einschreibens erhalten – aber noch keine Reaktion.

Die dem Umweltamt Bremen bereits im Mai 2015 vorgelegte und vorgestellte Stellungnahme des Herrn Dipl. Geol. Georg Karfusehr wurde noch vor den Sommerferien an die Oberfinanzdirektion Niedersachsen zwecks Beurteilung weitergeleitet. Die Stellungnahme beinhaltet fachlich fundamentierte Vorschläge, wie die Schadstofffahnen innerhalb von ca. 10 Jahren saniert werden könnten. Eine daraufhin neue Einschätzung zur Sanierungsmöglichkeit seitens der Oberfinanzdirektion wird nach nunmehr über 5 Monaten weiter erwartet.

Der Beirat Blumenthal hat den Tanklagerausschuss gegründet und bereitet mit den „sachkundigen Bürgern“ die gemeinsame, öffentliche Arbeit vor. Unser erlangtes Wissen wird direkt weitergegeben und somit steht einer zielorientierten Arbeit nichts im Wege. Erster geplanter Termin ist voraussichtlich der 26.10.’15. (alle Termine: hier nachlesen…)

Und nach vielen Nachfragen hat der Umweltsenator endlich die überfälligen Sachstandsberichte externer Link… die wieder nichts Gutes verheißen. Bei der ersten Durchsicht erscheint die Verseuchung des Grundwassers noch erheblicher zu sein als vermutet. Wir werden dieses Gutachten wieder verständlich aufzubereiten.

Und unsere (geschobene) nunmehr schon 17. Anwohnerversammlung am 24.11.’15 will vorbereitet sein. Also viel Arbeit im Hintergrund, denn es gilt noch so viel zu bewegen – oder überhaupt in Bewegung zu bringen!
Haben Sie Fragen, Anregungen oder wollen mithelfen? Am Freitag 16.10.’15 trifft sich ab 19 Uhr der öffentliche Arbeitskreis wieder im Gemeindehaus der ev.-ref. Kirchgemeinde Rönnebeck Farge.

Trinkwasser geht uns alle an!

14. Bürgerversammlung: Podiumsdiskussion „Endlich Klartext !?“ (Video)

29.03.2015 Der Umfang und die Geschwindigkeit der Sanierung – ein immer wieder kontrovers diskutiertes Thema, auch im Rahmen der Podiumsdikussion. Aber auch erstaunliche Hightlights, z.B.

  • 0:39:08 Bundeswehr schreibt der BI, die Bremer Behörden seien vollumfänglich informiert, daher brauch man nicht teilzunehmen. Dies ist den Bremer Behörden aber nicht bekannt!
  • 1:22:20 Vertreter des Bremer Umweltsenators lädt Bürgerinitiative und unabhängigen Experten zu gemeinsamen Gespräch mit den Gutachtern ein!
  • 1:37:05 anscheinend unklare Menge von scharfen Blindgängern in der Nähe der Tanks neben der Schule „In den Sandwehen“!

Hier das Video zur Podiumsdiskussion:

Video direkt bei YouTube ansehen…

Minutenprotokoll

Das Protokoll gibt die Beiträge nur grob inhaltlich und nicht immer im genauen Wortlaut wieder. Es soll zur Orientierung im Video dienen. Sollten Zusammenfassungen missverständlich sein, bitten wir um einen entsprechenden Hinweis.

0:00:20 Begrüßung durch Moderator Dr. Martin Busch
0:01:05 Film zur thematischen Einführung
0:07:18 Überleitung
0:08:40 Vorstellung der Teilnehmer
0:12:02 Frage: Wie lange hat die Anwohnerwarnung noch Bestand?
0:13:40 Frage: Grund zur Freude?
0:13:54 Linnert: Entgegengesetze Einschätzung: keine Ausbreitung der Schadstoffe
0:16:40 Frage: Hat die Grundwassersanierung wirklich begonnen?
0:17:00 Frage: Wieweit kennen die Umweltdeputierten den Stand?
0:19:20 Frage: Wie beurteilt der Experte die Sanierung?
0:21:42 Dipl.-Geol. Kafusehr: parallele Maßnahmen könnten die Sanierung Beschleunigen
0:22:25 Frage: wer müsste parallele Maßnahmen beauftragen?
0:22:35 Karfusehr: das Umweltamt Bremen
0:22:56 Frage: Wie beurteilt das Umweltamt diese Einschätzung?
0:23:06 Kumpfer: Grundwasserströmung war gar nicht Thema der Einladung
0:24:30 Kumpfer: der Prozess ist nicht zu beschleunigen
0:24:34 Frage: Empörung der BI bzgl. Aussage die Schadstofffahne sei geschlossen?
0:25:18 Pörtner: swb sieht diese Gefahr, nicht nur die BI
0:25:38 Frage: möchte die CDU die Grünen für diese Umweltpolitik kritisieren?
0:25:54 Imhoff (CDU): Das darf kein Wahlkampfthema sein. Die anwesenden Fachpolitiker sind keine Experten. Bei Bedenken swb 3, Gutachter beauftragen
0:27:03 Frage: Wird alles unternommen, um das Problem schnellstmöglich anzugehen?
0:27:22 Rupp (Die Linke): Verschmutzung wird verlangsamt, aber saniert wird noch nicht
0:29:20 Gottschalk (SPD): Bund ist in finanzieller Verpflichtung. swb beobachtet nur, hat sich aber nicht gemeldet. Dem muss nachgegangen werden.
0:30:34 Dr. Schäfer (Die Grünen): swb sieht die Gefahr. swb und Sanierer sollten an einen Tisch
0:31:36 Zwischenruf: Seit 2 Jahren wird nur diskutiert
0:31:58 Schäfer: alle Akteure sollten sich gemeinsam hinsetzen
0:32:03 Schäfer: wir sehen, die Konzentrationen sind ausgebreitet, Trinkwasser ist nicht konatminiert
0:32:50 Dipl.-Ing. Rehnisch (BI): swb und Behörden sitzen schon an einem Tisch; die genannten Werte entstammen den offiziellen Berichten
0:33:45 Frage: Ist man sich in Bremen-Stadt der Dimension des Problems bewusst?
0:34:11 Linnert: Auftragsverwaltung zur Sanierung in unserem Haus, niemand im Senat nimmt das auf die leichte Schulter, warzn auch
0:34:57 Linnert: Traum ist Naherholungsgebiet, aber es dauert lange. Wir müssen Kontakt zu einander organiseren und Misstrauen abbauen
0:36:57 Frage: Erleichtert die Zuständigkeit des Bundes das Verfahren?
0:37:12 Linnert: als saniertes Gebiet hätteich wir es gerne! Bund muss Verantwortung für Schäden übernehmen
0:37:33 Frage: Hat BI das Gefühl, dass der Bunde seinen Verpflichtungen gerecht wird?
0:37:40 Dipl.-Ing. Leber (BI): nur denen, die Bremen auch fordert. Bremen muss alles Machbare auch fordern. Lohse-Vorschlag Brunnen schließen ist keine Ernsthafte Verfolgung Bremer INteressen
0:39:08 Frage: Bundesministerium der Verteidigung wollte niemanden herschicken
0:39:20 Pörtner: Bundesmisterium schrieb, dass Bremer Behörden vollumfänglich eingeweiht seien und Antwort geben könnten.
0:39:33 Linnert: an dem Brief Interesse: Bundeswehr hat Bremen gegenüber klare Zuständigkeiten abgegrenzt
0:39:58 Verlesen des Briefes
0:41:05 Frage: was sagen die Umweltdeputierten dazu? Ist das Thema in Bremen wg. des geringen Handlungsspielraums zu vernachlässigen?
0:41:20 Immhoff: Kompetenzgeschiebe ist das schlimmste, was passieren kann. Bund muss bezahlen, Bremen muss bewerten. Die Abgeordneten müssen am Ball bleiben
0:42:47 Frage (nach Zwischenruf): BI scheitert immer wieder an Bremer Umweltbehörde?
0:42:50 Pörtner: mehr Manpower im Umweltamt erforderlich
0:43:11 Pörtner: laut Experte wäre eine hydraulische Sicherung das Mindest, was im Wasserschutzgebiet stattfinden müsste. Gefahr im Verzug: für das Wasserschutzgebiet
0:43:47 Frage: Antwort des Umweltamtes?
0:43:50 Kumpfer: kein Kompetenzproblem, sehr gute Zusammenarbeit aller Behörden
0:44:44 Kumper: besonders Umweltsenator, hat BI mehrfach eingeladen, es wird also mit allen kommuniziert
0:46:05 Kumpfer: hohe Transparenz: alle Daten werden ständig aktuell ins Netz gestellt und allen zur Verfügung
0:46:32 Frage: Problem der BI mit dieser Darstellung?
0:46:33 Leber: Es gab lediglich einen Termin mit Senator Lohse vor 1,5 Jahren. Nur wegen Nachfragen der BI gab es danach überhaupt einen Masterplan
0:47:11 Leber: Fachkompetenzen werden extern dazu geholt, aber Gutachter ist zugleich Sanierer
0:48:32 Karfusehr: Sanierer ist renomiert und kann alles erforderliche bieten – und machen genau das, wofür sie beauftragt werden
0:50:01 Karfusehr: Auch eine nicht-ausbreitende Schadstoff-Fahne hat einen Sanierungsbedarf
0:50:48 Karfusehr: Grundwasser an sich ist schutzbedürftig, daher Ausbreitung egal, zumal diese stattgefunden hat.
0:52:10 Schäfer: Wir treffen auch nicht jeden Tag den Senator, für Verfolgung des Fortschritts bedarf es nicht eines Senators
0:52:59 Schäfer: Bremer Politik muss gemeinsam handeln wie bei Beschluss zum Schließungswunsch
0:54:50 Rupp: Sanierer und Gutachter sollten nicht eine Firma sein.
0:56:03 Rupp: haben wir eine Chance, die Ausbreitung zu verhindern?
0:57:20 Gottschalk: Züblin saniert und HPC macht Gutachten
0:58:34 Gottschalk: Uneinigkeit über Sanierungsumfang nur im Grenzbereich, im Grunde doch alles richtig
0:59:07 Karfusehr: Sanierer kann alles, aber macht nur beauftragte Leistung
0:59:28 Karfusehr: Umfang ist nicht ausreichend; Gefärdungsbeurteilung/Sanierungsplan zur Ausbreitung Schadstofffahnen erforderlich
1:00:14 Frage: Zahlt der Bund?
1:00:17 Karfusehr: ja, aber Auftrag muss von Bremen kommen
1:00:48 Kumpfer: Feststellung der BI wie bereits vor 1,5 Jahre, dass Sanierungsumfang nicht ausreicht ist zu unkonkret
1:01:09 Frage: Maike Schäfer äußerte aber, man sei wesentlich weiter
1:01:14 Kumpfer: Sanierung ist weiter. Erfolg wird beobachtet, Gutachter schlägt unabhängig weitere Maßnahmen vor
1:01:59 Kumpfer: Gutachter HPC hat Maßnahmen als angemessen dargelegt
1:02:29 Leber: Bewertung des Erfolgt ist strittig. Wenn Fahne angeblich stabil ist, wie kommen dann Konatminationen da hin?
1:03:10 Leber: BI kommuniziert ausschließlich behördlich veröffentlichte Messwerte
1:03:46 Leber: Kommunikation ist weiter schlecht, Hintergrundinfo zum mehrfach thematisierten Interessenskonflikt Gutachter/Sanierer nicht an BI weitergereicht
1:04:00 Leber: Senator muss nicht immer dabei sein, aber Prioritäten anders setzen
1:04:44 Schäfer: klingt zwar toll, aber kann so nicht stehen bleiben
1:05:14 Schäfer: es gibt anscheinend andere Einschätzungen zur Sanierung, dass muss an Behörden und Bund weitergegeben werden
1:06:15 Frage: paralle Sanierungsverfahren?
1:06:31 Karfusehr: große Schadstoffen Fahnen mit BTEX und MTBE, die sich auch anders verhalten. Sanierungsziele und -zeiträume gibt nur Behörde vor
1:08:08 Karfusehr: wenn Behörde fordern würde: kein weiterer Schadstoff-Abstrom innerhalb 1/2 Jahr ist das umsetzbar! Seit Jahrzehnten Stand der Technik
1:08:58 Karfusehr: Fahnensanierung ebenso möglich, beides sollte umgesetzt werden. Es gibt viele Vergleichsprojekte anderenorts
1:09:48 Pörtner: Senator Lohse bat bei Sitzung im letzten Jahr um Information, wenn jemand bekannt wäre, der das so sanieren kann. Hätte er als Fachmann besser wissen müssen.
Seit Bekanntwerden 2006 bis heute 2015 keine varianten – genug Manpower in Behörde?
1:10:46 Pörtner: Auftrag muss von Behörde kommen. Verantwortung liegt bei Ihnen, Herr Kumpfer! Im Namen aller Bürger, die hier wohnen: Finden Sie eine Lösung, dass es schneller geht!
1:11:21 Frage: War der Kabinettskollege da etwas flapsig?
1:11:27 Linnert: ich war nicht dabei. Herr Lohse ist nicht da. Ich will was zur Sache sagen, alles andere ist mir zu albern.
1:11:54 Linnert: Bund hat beauftragt, wie von Behörde durchgeführt. Aus unserer Sicht ist die Fahne stabil – ein Ziel erreicht
1:12:27 Linnert: wenn jemand ein Konzept hat, wie es schneller/besser geht: mit dem Bund sprechen. Bremer Senat hat kein Interesse an Low-Budget- oder langsamer Lösung
1:13:28 Lennert: rechtliche Möglichkeiten zu prüfen, aber ich habe verstanden: was gemacht wird ist nicht das allerbeste, was man tun kann
1:14:21 Frage: kein neues Verfahren, sondern nur behördlicher Auftrag erforderlich=
1:14:38 Linnert: finde das Erreichte beeindruckend. WIr wollen, dass es vorwärts geht, kein Interesse zu vertuschen
1:15:14 Linnert: wenn man schneller Wasser nach oben fördert geht nicht
1:15:25 Linnert: Kalkulation bis 2040 ist Horror! Wir wollen es so schnell es geht geht. Wenn es so ginge würden wir es machen!
1:16:14 Rehnisch: z.Z. wird über 5 von 6 Brunnen saniert, soll nach 5 Jahren Sanierung auf 11 verstärkt werden.
1:16:29 Rehnisch: In Sanierungsanordnung aus Ihrem (an Herrn Kumpfer gerichtet) Bereich steht, dass Abstrom zu verhindern ist. Warum ist das nach 5 Jahren nicht passiert? Abstrom verhindern, statt weitere 20 Jahre  Grundwasser zu verseuchen
1:17:40 Frage: Womit steht oder fällt Intensivierung des Sanierungsprozesses?
1:17:53 Kumpfer: tragfähiges Konzept mit der Expertise, dass es funktionert. Momentan Meinungen Kafusehr und Gutachter Bundeswehr. Debatte wurde schon bei Veranstaltung in Haus Blomedahl geführt (Anm. Ende 2012)
1:18:46 Frage: können diese 2 Position an einem Tisch darüber reden?
1:18:53 Kumpfer: wir haben das mit den Gutachtern debatiert. Ich kann die Debatte heute nicht führen
1:19:35 Zwischenruf: Frau Bürgermeisterin, wir haben Problem, dass Bundeswehr mauert. Haben Bundeswehr und Oberfinanzdirektion in Blumenthaler Beirat eingeladen,
um Masterplan zu erklären. OFD Hannover hatte sich bereiterklärt, Bundeswehr hat es verboten! Vielleicht können Sie als Bürgermeisterin mit Frau von der Leyen sprechen, dass sich die Bundeswehr hier mal zeigt.
Wir wollen nur Informationen
1:20:45 Frage: Ein wesentlicher Akteur ist also nicht so kooperativ, wie von Dr. Kumpfer geschildert
1:20:55 Linnert: Ich würde es besser finden, wenn die BW jemanden schicken würde. Brauchen Aussage-Genehmigung. Wenn Stilllegungsbeschluss ergangen ist, wird es mit Zuständigkeiten einfacher sein.
1:21:22 Linnert: es wäre besser, wenn man sich regelmäßog alle 8 Wochen in etwas kleinerem Kreis treffen würde, um Vertrauen aufzubauen und sich jemand von der BW beteiligen würde.
Besser als gegenseitiges Misstrauen, das ist für mich Lehre aus heutigem Abend!
1:22:10 Linnert: wir brauchen verlässlichen, klar terminierten Prozess der Verständigung
1:22:20 Kumpfer: Ich biete der Bürgerinitiative noch einmal an mit Ihnen (deutet auf Herrn Karfusehr) zusammen zu mir ins Haus zu kommen und gemeinsam mit unseren Fachleuten Ihre Vorstellungen vorzutragen und zu diskutieren
1:22:46 Frage: Fragen aus dem Publikum
1:23:20 Schlätzer (Anwohner): Warum hat man nicht schon mal ein 2. Gutachten eingeholt, Herr Kumpfer?
1:24:05 Schlätzer: Es geht nicht an zu sagen, die BW sei zuständig. Sie sind zuständig, die Sanierung durchzuführen
1:24:39 Schlätzer: Warum ist die Staatsanwaltschaft bei solch einem Umweltschaden nicht tätig geworden? Strafantrag wurde vom Senator für Umwelt einen Tag vor Fernsehsendung Panorama 3 in 2013. Daher verjährt. Behörde weiss darum seite langem, aber stellt keinen Strafantrag
1:25:54 Kumpfer: Es gibt keine 2. Partei und wir haben keinen begründeten Zweifel. Das könnten wir gegenüber der Finanzsenatorin auch gar nicht plausibel vermitteln.
1:26:39 Frage: 2. Partei ist die BI bzw. Herr Karfusehr aber keine offizielle 2. Partei
1:26:46 Kumpfer: die BI könnte ein Gutachten in Auftrag geben
1:26:50 Pörtner: wir Bürger sind schon geschädigt genug
1:27:00 Linnert: bei Genehmigung gab des die Kritik noch nicht, jetzt tauchen Zweifel auf
1:27:55 Linnert: ich muss rausfinden, ob die Bundeswehr den Auftrag rückgängig machen kann. Die Frage ist, was das 2. Gutachten helfen soll
1:28:37 Frage: Herr aus Publikum behauptet, dass Bremen sehr wohl zuständig ist, und das nicht auf BW und BMdV schieben kann
1:28:50 Kumpfer: Zuständigkeit für Kosten der Sanierung und Untersuchung ist klar beim Bund. Umweltsenator ist als Bodenbehörde zuständig zu entscheiden, welche Gutachten erfordlich sind und welches Sanierungsverfahren anzuwenden ist.
1:29:58 Karfusehr: Zuständigkeiten also klar. Aus eigener Erfahrung helfen Gegengutachten nicht, Prozess zu beschleunigen
1:31:00 Karfusehr: Behörde hat alles richtig gemacht: Sanierungsziele vorgegeben. Werden diese Umgesetzt? Verschiedene Meinungen.
1:32:20 Kumpfer: Sie haben offensichtlich Vorchläge, das anders zu tun. Dissenz gilt es aufzuklären
1:32:46 Leber: Guter Weg, wir wollen eigentlich alle das selbe. Wir freuen uns besonders über die Einladung
1:33:00 Leber: Wie geht es mit dem zur Zeit abgesperrten Landschaftsschutzgebiet weiter? Gibt es wieder eine Zuständigkeitsdebatte, werden Bremer Bürgerwünsche mit dem Bund kommuniziert, oder wird abgewartet?
1:34:16 Frage: Leiter Gewerbaufsicht Bremen schreibt 17.09.2014 formale Stillegung wird erwartet. Liegt diese Stillegungsanzeige bereits vor?
1:35:13 Linnert: (Kopfschütteln)
1:35:15 Frage: Gibt es eine Vorstellung, wann das der Fall ist?
1:35:19 Linnert: Ja, Variantenprüfung wird gemacht. Ich gehe davon aus, das der Antrag im 1. Halbjahr dieses Jahres erfolgt. Bundeswehr schlägt vor, wir müssen genehmigen.
1:35:50 Frage: wer genau muss genehmigen? Das Parlament?
1:35:54 Linnert: Das Gewerbeaufsichtsamt
1:36:00 Frage: Es braucht diese Anzeige, damit die nächsten Schritte erfolgen können
1:36:07 Kumpfer: BImSchG regelt das klar in §15. Anlagenbetreiber soll bei Stilllegungsabsicht Unterlagen beifügen, wie Rückbau kein Beeinträchtigung, Schaden, keine Belästigung der Allgemeinheit verursacht.
Bei so großer Anlage komplexer Prozess, wird mit Abteilung Bundesbau und der Gewerbeaufsicht erarbeitet
1:36:58 Zwischenfrage: können Sie Variantenprüfung definieren?
1:37:05 Linnert: Haben wir nicht in Auftrag gegeben und so hat Senat der BB geantwortet: Bund lässt 3 Varianten überprüfen, hinsichtlich was es bringt, Aufwand, Begleitfolgen, Stichwort große Sprengungen, die möglicherweise Häuser beschädigen und wie man mit den dort noch verborgenen Bomben, die es da noch gibt
1:38:00 Linnert: das sind 1. alle Liegenschaften so lassen und leer machen, einfachste Variante; 2. Variante ist Teilrückbau; 3. Variante alles tief im Erdreich rauszieht, entfernt und sprengt
1:38:37 Linnert: diese 3 Varianten werden geprüft, auch hinsichtlich begleitender Folgen wie Belästigung der Anwohner durch Transportkosten, Gefahren durch Kontamination, was heißt das für bestehende Bombenbelastung, wenn man mit schwerem Gerät hingeht, auch ökologisch.
1:39:17 Linnert: Es wird keine geben, die einen glücklich macht. Bund wird sich entscheiden, beim GAA einreichen und Bremen ist verpflichtet zu genehmigen, wenn Voraussetzungen erfüllt sind. Behörde wird nach Eingang im 1. Halbjahr noch 4-5 Monate prüfen.
1:40:25 Frage: Das klingt alles nicht, als ob sich die Anwohner darauf freuen können
1:40:32 Rehnisch: Rückbau generell ist schon erfreulich für uns. Aber Blindgänger geben mir zu denken. 70 Jahre nach dem 2. Weltkrieg ist bekannt, dass die Zünder altern. Das Bombenfeld befindet sich unmittelbar neben den Tanks neben der Schule „In den Sandwehen
1:41:20 Rehnisch: Ich hoffe, dass das bevorzugt kampfmittelfrei gemacht wird.
1:41.27 Pörtner: Naturschutzgebiet „Am Eispohl“ wird zur Zeit Boden abgetragen, damit sich wieder Heide bildet. Kann aber wegen Metallteilen im Boden nicht überall gemacht werden. Wird aus Kostengründen nicht untersucht. Das halte ich für fahrlässig. Der Schutz des Lebens der Anwohner spielt eine zentrale Rolle
1:42:14 Linnert: Ich kann das nicht beurteilen. Als Anwohnerin wäre es mir auch am liebsten, wenn man alles aus dem Boden holt
1:42:45 Linnert: Habe das mit den Bomben gesagt, nicht weil ich Informationen habe, dass jetzt eine Gefahr droht, sondern weil möglichst viel vom Gelände zugängig sein soll. Wegen Bombenfrage sind dem möglicherweise Grenzen gesetzt.
1:43:43 Linnert: Alle Bomben ausbuddeln hat auch folgen, die müssen Sie ausbaden.
1:43:55 Frage: Wissen wir, wie viele es sind?
1:43:58 Linnert: Ja, nein, es gibt Luftaufnahmen. Wie genau, das weiss ich nicht.
KURZER AUFZEICHNUNGSVERLUST
1:44:13 Rupp: Dass wir Naherholung haben wollen finde ich in Ordnung. Mindestens Verladebahnhöfe und Leitungen entfernen, Tanks rausholen eher keine gute Idee. Bomben muss man suchen, das ist bremische Verantwortung
1:44:57 Rupp: BI hat Recht an Beteiligunsprozess, was auf dem Gelände wird
1:45:36 Schäfer: Wir wollen, dass kein Risiko für die Anwohner und die Umwelt mehr von der Anlage ausgehen kann. Einfache Stilllegung reicht nicht. Bombenfrage wichtig, aber was bedeutet Komplettrückbau für den Untergrund und der Kontamination im untergrund?
1:47:03 Schäfer: Ich findes es wichtig, dass auch vom Bund mal jemand da ist. Wenn jemand verantwortlich ist und in der Vergangenheit solche Schäden verursacht hat, gehört er auch hierhin gestellt.
1:47:50 Gottschalck: 1. Bin froh, das diese Sache stillgelegt wird. Das ist ein Riesenerfolg. 2. Gelände gehört nach wir vor dem Bund und haben als Eigentümer Entscheidungsmacht. Variantenauswahl beeinflusst Nachnutzungen. Wie können wir das einschätzen. Sobald man an militärische Fragen kommt mauert der Bund.
1:50:03 Immhoff: Egal welche Variante, darf keine Gefährdung für Menschen ausgehen. Bomben müssen raus. Wir können kein Naherholungsgebiet machen, wo Bomben drin liegen.
1:50:48 Leber: bei Geheimhaltung muss man nicht bis zum Bund schauen: Wir haben GAA nach rechtlicher Grundlage für Nicht-Einsichtnahme in Unterlagen gefragt. Antwort: wir wurden gebeten.
1:51:54 Leber: habe nur wahrgenommen: wir warten mal ab, was der Bund sagt, haben keine Vision, genehmigen dann, was der Bund vorgeschlagen hat. Dann reichen Beamten. Wir müssen Visionen haben.
1:51:55 Frage: Das gefällt nicht, ganz klar. Frau Linnert: Formulierung mit Geheimhaltung klingt anachronistisch bei der Thematik
1:52:15 Linnert: Veröffentlichungen auf Homepage des Umweltsenators sind in der Tat Verstöße gegen Geheimhaltungswünsche. Meinem Staatsverständnis entspricht das nicht. Aber Bundeswehr hat sich auch nicht beschwert.
1:53:04 Linnert: es ist uns nicht egal, was hier passiert. Senat bemüht sich sehr, Entscheidungverfahren so transparent zu gestalten wie das geht
1:53:31 Linnert: Ob es die Möglichkeit gibt, dazu eine Bürgerversammlung zu machen um das Vorzustellen. Ich würde das gut finden. Bund hat kein Interesse am schwarzen Peter. Egal welche Variante: Sie müssen sich auf eine sehr lange Zeit einstellen, wo man da nicht rumspazieren kann.
1:54:52 Rehnisch: Welche Vision haben Sie!
1:54:54 Linnert: Die Vision, dass das ein Naherholungsgebiet gemeinsam mit Niedersachsen ist mit möglichst 100% der Fläche. Nur der Weg dahin ist nicht trivial.

[…] (wird vervollständigt)

Tanklager Farge: Bau – Betrieb – Risiken …und Folgen heute

27.08.2014 An der im Rahmen der Ausstellung „Die BWK in der Zeit des Nationalsozialismus“ stattfindenden Vortragsreihe hat sich auch die Bürgerinitiative beteiligt.

Neue und neu gebündelten Informationen bieten auch für Menschen, die das Thema noch nicht kennen einen überschaubaren, aber tiefgehenden Einstieg in die komplexe Thematik.

In einer sehr informativen Zusammenfassung aller bisher gewonnen Erkenntnisse wird der große Bogen geschlagen vom Bau durch Zwangsarbeiter über den bis heute personalintensiven Betrieb bis hin zu den immer noch existenten Risiken und den Umweltverschmutzungen, die Bremen noch über Jahrzehnte beschäftigen werden.

 Wir bitte die teilweise schlechte Tonqualität zu entschuldigen…

Video direkt bei YouTube ansehen…

0:00:15 Eröffnung durch Ausstellungskurator Detlef Gorn
0:02:12 Vorstellung Aktivitäten der Bürgerinitiative und des Referenten Dipl.-Ing. Olaf Rehnisch
0:03:3 Verwendete Informations-Quellen
0:04:00 Inhalte des Vortrags
0:04:18 Lage und Bau
0:20:00 Betrieb
0:24:19 Gefährdungen durch die Technik
 0:36:28 Gefährdungen durch Chemikalien/Gefahrstoffe
 0:39:23 seit wann sind die Umweltverschmutzungen bekannt
 0:41:47 Umgang mit den Kontaminationen heute
 1:04:41 Der „Masterplan“ zur Sanierung: Inhalte und Schwächen
 1:12:23 Fragen und Antworten

Wenn Sie nicht mehr die Gelegenheit haben sollten, die Ausstellung zu besuchen, können Sie hier die Wandposter zum Thema Tanklager in Ruhe studieren (als PDF):

Poster der BWK-Ausstellung als PDF (DIN A4)

Poster der BWK-Ausstellung als PDF (DIN A4)

Bürgerantrag: Kontaminationen durch 34 Rohrleitunsschäden auf dem Tanklagergelände untersuchen und sanieren

Kurzfassung:

Alleine 34 Kontaminationsverdachtsflächen durch Rohrleitunsschäden auf dem Tanklagergelände werden im Masterplan zur Sanierung gar nicht betrachtet. Der Antrag fordert dazu auf, diese in die Sanierungsplanung aufzunehmen und die Ergebnisse zu veröffentlichen.

Kommentar: Die Bürgerinitiative hat zunächst das völlige jahrelange Fehlen einer Planung und nun, da es einen sog. „Übersichtsplan“ gibt, das Fehlen elementarer Maßnahmen wie Schadensbegrenzung sowie die Untersuchung Sanierung aller Kontaminations-Verdachtsflächen kritisiert. (Links: Pressemitteilung, Gespräch Umweltamt)

Frage vom 23.06.2014

Sehr geehrte Damen und Herren Beiratsmitglieder,

im März 2014 wurde von Seiten des Senators für Bau, Umwelt und Verkehr der „Projektübersichtsplan zur Kontaminationsbearbeitung im Tanklager Bremen-Farge“ veröffentlicht. Der Projektübersichtsplan umfasst alle bis zum Jahr 2046 in den Bereichen

a) Verladebahnhof I
b) Verladebahnhof II
c) Hafen
d) sonstige Kontaminationsflächen

geplanten Untersuchungs- und Sanierungsarbeiten.

Unter dem Punkt d) werden dabei explizit nur die Überlauf- bzw. Ablagerungsflächen (Kontaminationsverdachtsflächen KVF 36-41) sowie die Verteilerstationen der Behälterblöcke (KVF 46, 48, 50, 52 und 56) benannt.

Im Projektübersichtsplan sind weder Untersuchungen, noch Maßnahmen bzgl. der auf der Liegenschaft vorhandenen 20 Kontaminationsverdachtsflächen erwähnt oder vorgesehen, welche durch Bombenschäden an gefüllten Leitungen entstanden sind (KVF 5 -24). Ebenfalls fehlen Untersuchungen und Maßnahmen bzgl. des Bombenschadens am Tankblock 13 (KVF 44) sowie für die 13 Kontaminationsverdachtsflächen, die auf während des Betriebes aufgetretene Rohrleitungsschäden zurückzuführen sind (KVF 25-34 sowie KVF 116-118).

Der Beirat Blumenthal wird gebeten, den Senator für Umwelt, Bau und Verkehr aufzufordern:

  1. alle zu den oben aufgeführten 34 Kontaminationsverdachtsflächen vorliegende Untersuchungs-Ergebnisse zu veröffentlichen, wobei insbesondere die flächige und tiefenbezogene Ausdehnung sowie die dadurch resultierenden Schadstoffblasen und Grundwasserbelastungen darzustellen sind.
  2. ein inhaltliches und zeitliches Sanierungsszenario für diese Flächen vorzulegen sowie die zeitbezogene Einbindung in den Projektübersichtsplan darzulegen.

Die Informationen sind in digitaler Form im Umweltinformationssystem BUISY des Umweltamtes Bremen zu veröffentlichen.

„Ein Mitarbeiter reicht doch zur Bearbeitung“

18.06.2014 Auf Drängen der Bürgerinitiative gab es einen gemeinsamen Termin mit den Umweltdeputierten der Bremer Bürgerschaft und Vertretern des senatorischen Bremer Umweltamtes, das mit der unsichtbaren Umweltkatastrophe des Tanklagers Farge befasst ist.

Die Besprechung fand in den Räumen der Bürgerschaft statt

Die Besprechung fand in den Räumen der Bürgerschaft statt

Seit Juni 2013 forderte die Bürgerinitiative von Umweltsenator Lohse, endlich planvoll und vor allem: mit definierten Zielen zu arbeiten. Nun, ein Jahr später, nach wiederholtem Drängen liegt seit April ein erster „Übersichtsplan“ zur Sanierung vor, den sich die Bürgerinitiative gemeinsam mit den Umweltdeputierten Maike Schäfer (Grüne), Arno Gottschalk (SPD) und Frank Imhoff (CDU) erläutern lassen wollte. Das veröffentlichte Dokument wies schließlich einige Schwächen auf, wie zum Beispiel das völlige Fehlen klar definierter Sanierungsziele oder zeitlich festgelegte Prüfpunkte, sog. „Meilensteine“ auf dem Weg dahin.

Untersuchen statt Handeln

Dies war dann der Eindruck, der sich Seitens der Bürger bei den Ausführungen der Behörde immer mehr aufdrängte. Bis 2017 werde man erst einmal weiter untersuchen, um nichts falsch zu machen. Wenngleich die dahinterstehende Motivation, keine unnötigen Folgeschäden zu verursachen, von allen Seiten gelobt wurde, war jedoch nicht erkennbar, daß man Handlungen gegen eine akute Schadensausbreitung für erforderlich hielte.

Wird alles mögliche gemacht? – „Ja!“

Zur politischen Einschätzung wollten es die Umweltdeputierten dann genau wissen: ob alles nur mögliche gemacht werde, oder man noch Maßnahmen intensivieren könne, wurde Richtung Umweltamt gefragt. Ja, so hörte man dann, alles was möglich sei, werde bereits gemacht… was allerdings überraschte: Steht nicht im Masterplan auch die von der BI geforderte Steigerung der Sanierungsleistung am Verladebahnhof 2? Obwohl schon alles was möglich ist gemacht wird?

Steht doch im Plan – oder doch nicht?

Ausschnitt aus dem "Übersichtsplan"

Ausschnitt aus dem „Übersichtsplan“

Es wurde sogar argumentiert, man wolle durch sog. Sperrbrunnen die Kontamination nicht in Bewegung bringen – obwohl sich diese schon seit Jahren in die Wohngebiete und in Richtung Trinkwasserbrunnen ausbreitet. Darauf angesprochen, wurde zunächgst behauptet, es gebe sehr wohl im Masterplan Maßnahmen zur Schadensbegrenzung. Diese seien von den „Laien“ der Bürgerinitiative, also sowohl der anwesende Altlastenexperte und die Ingenieure – einfach nicht verstanden . Auf mehrfache von verschiedenen Teilnehmern wiederholte Nachfrage konnte die Behauptung dann allerdings nicht begründet werden: es gibt diese Maßnahmen im Plan einfach nicht!

Im Umweltamt kann ein Mitarbeiter so viel leisten wie zwei!

Mit welchen Ressourcen denn diese riesige Umweltverschmutzung bearbeitet werde, wollten Umweltdeputierte und Bürger wissen? Die Umweltdeputierten boten sogar explizit den politischen Einsatz zur Schaffung weiterer Stellen an. Das Umweltamt sah aber den Einsatz von nur einem Mitarbeiter, der zudem noch mit anderen Bodenkontaminationen beschäftigt ist, als völlig ausreichend an!

Man verwehrte sich sogar vehement dagegen, daß – entgegen aller bei den anwesenden 4 Ingenieuren der BI vorhandenen Projekt-Erfahrung – mehr personelle Ressourcen die Bearbeitung in irgendeiner Weise forcieren könnten. Und dies vor dem Hintergrund, das das kleinste Bundesland mit seinen ensprechend aufgestellten Behörden die – laut Bundesministerium der Verteidigung – bundesweit größte Rüstungsaltlast bearbeiten muss!

Wie geht es weiter?

Es herrschte – trotz aller themenbedingter Kontroverse – am Ende Einigkeit bei allen Teilnehmern, daß es weiter absolut geboten ist, mit allen Bremer Beteiligten an einem Strang… und in eine Richtung zu ziehen!

Die Vertreter der Umweltamtes zeigten sich dem Vorschlag der BI „Tanklager Farge“ gegenüber offen, den Masterplan, am besten mit Unterstützung eines Zuständigen Mitarbeiters des beteiligten Bundesamtes, den Anwohnern im Rahmen der nächsten Anwohnerversammlung zu erläutern und Fragen zu klären. Man verwies außerdem darauf, daß man dies in ähnlicher Weise bei der Blumenthaler Beiratssitzung um September 2014 tun werde.

Und der Umweltsenator?

Nach dieser Besprechung traf die Bürgerinitiative noch zufälligerweise Umweltsenator Lohse auf dem Weg nach draußen. Darauf angesprochen, daß man ihn bei dem Termin als wichtigsten Protagonisten vermisste habe, suchte er, nachdem man sich als BI „Tanklager Farge“ e.V. zu erkennen gab sofort das Weite und war zu keinem Gespräch bereit.

Bürgernähe oder besser Kommunikation – zumindest beim Senator (mal wieder) leider Fehlanzeige!

Alles in Ordnung: „nur“ eine Benzin-Fontäne!?

soweit noch fast unauffällig

In der Übersicht soweit noch fast unauffällig…

01.12.2013 Ganz geheuer ist den Anwohner auch der sogenannte „Stillstandsbetrieb ohne Medium“ häufig nicht. Und die oft angekündigte „Transparentzoffensive“ des Umweltamtes hat nicht viel mehr als eine äußerst unübersichtliche, da ca. 2,5 m lange Website hervorgebracht.

Mit diesen Voraussetzungen mit Gepäck rückt das monströse Bauwerk „Tanklager Farge“, vor fast 80 Jahren für den 2. Weltkrieg errichtet täglich in schlechteres Licht.

Alle Bedenken scheinen berechtigt

Momentaner Höhepunkt ist die Entdeckung einer Anwohnerin, die am 21.11. Augenzeugin einer einem Geysir ähnlichen Ausblasung aus einer Pipeline auf dem Tanklager-Gelände wurde. Nur um ungefährlichen Wasserdampf, z.B. im Rahmen einer Rohrreinigung, dürfte es sich nicht gehandelt haben, da sich direkt danach ein scharfer Benzingeruch ausbreitete.

Erst in der Vergrößerung erkennt man die neueste Umwelt-Verseuchung

Erst in der Vergrößerung erkennt man die neueste Umwelt-Verseuchung

Was wird hier veranstaltet? Was sonst bekommen wir noch alles nicht mit?

  • Weiß von den Behörden, die Aufsicht führen sollten noch irgendjemand, was dort vor sich geht?
  • Warum werden die Anwohner weder über die Sanierung-Arbeiten, so es sie denn gibt, noch über derartige Schadstoff-Freisetzungen informiert??
  • Ist das etwa Bestandteil des Masterplans, den der Umweltsenator am 19. Juni und nochmals am 28. Oktober 2013 versprochen und nie geliefert hatte?

logo_openpetition_headerVergessen Sie nicht, an der Online-Petition zur Schließung und umfassenden Sanierung teilzunehmen – oder nutzen Sie die Unterschriften-Liste (auf der Rückseite der Einladung!)

ONLINE protestieren – ONLINE unterzeichnen!

logo_openpetition_headerNicht nur die Unterschriften-Liste, sondern auch die Online-Petiton steht nun zur Verfügung. Bitte verbreiten Sie den Link und schreiben Sie Ihre Mitmenschen auch per Email an. Auch ausserhalb von Bremen!

  • Es geht um unser Trinkwasser!etzel109_v-contentgross
  • Keine Treibstoffpipeline mehr durch den Kindergarten!
  • Endlich ernsthafte Sanierung beginnen!
  • Kein Weiterbetrieb
  • Jede Unterschrift zählt!
  • Die Ölkatatstrophe von Etzel ist in Bremen SCHON LÄNGST 100-FACH PASSIERT!

Online Petition hier mitzeichnen…

Nein, nein und nochmals: NEIN! Protest gegen Weiternutzng als Tanklager in Farge!

Unterschrift19.11.13 Spätestens die gestern bekanngewordene Umweltkatastrophe von Etzel zeigt auf, wie schnell Grund- und Trinkwasser verseucht sein können. In Etzel hat man die vermuteten 40 m³ Rohöl aus einer 10-mm-Rohrleitung zufällig gesehen – die rund 9.400 m³ die unter dem Tanklager Farge ins Grundwasser diffundieren sieht man leider nicht! Auch nicht die unterirdischen Pipelines mit bis zu 300 mm Durchmesser, also dem 900-fachen Querschnitt! Die Dimension der Farger Verseuchung – rund 440 Tankwagen-Füllungen alleine unter dem Verladebahnhof 2 – zeigt aber auf, wie sehr das Tanklager Farge in der Vergangenheit durch alle als sicher bezeichneten Kontrollmechanismen gerutscht ist… und wieder rutschen kann.

Damit Etzel sich in Bremen nie mehr wiederholen kann, machen Sie bitte aktiv mit beim

Bürgerprotest gegen das Tanklager Farge

2013-11-19 BürgerprotestWidersprechen Sie einer weiteren Nutzung als Tanklager, fordern Sie die Sanierung und den angemessenen Rückbau! Dazu können Sie sich eine Unterschriftenliste herunterladen (die Sie auch gerne an Freunde, Bekannte, Arbeitskollegen weitergeben sollten).

Wichtig:

  • gehen Sie durch IHRE Nachbarschaft!
    Von alleine kommen die Protestunterschriften nicht auf die Liste!
  • Nehmen Sie es in die Hand und sammeln Sie die Unterschriften in Ihrem ganz persönlichen Umfeld ein. Niemand wohnt näher an Ihren Nachbarn als SIE!

Die Listen können Sie bis 03.12.2013 ganz einfach bei den Kirchgemeinden Cranzer Straße 22 oder Farger Straße 19 in den Briefkasten stecken – oder mitbringen zum nächsten Arbeitstreffen am 03.12.2013

Nlogo_openpetition_headerEU 21.11.2013: Online unterstützten! Tragen Sie sich online in die Petition ein und vergessen Sie nicht, den Link an Ihre Bekannten per Mail weiterzusenden!

Der fraktionsübergreidende Beschluss des Blumenthaler Beirats vom 14.10.2013, der geplante fraktionsübergreifende Beschluss in der Bremer Bürgerschaft am 10.12.2013 sind keine bindenden Beschlüsse! Unser breit angelegter Bürgerprotest muss die politischen Entscheider – auch auf Bundesebene – zum richtigen Handeln bewegen.

Machen Sie mit! Mischen Sie sich ein!