Was fordert die Bürgerinitiative?


Das Tanklager Farge wurde im 3. Reich im Rahmen der deutschen Kriegsvorbereitungen erbaut. 80 Jahre später ist es zu einer unkalkulierbaren „Altlast“ geworden.

3 Hauptkategorien der Altlasen

  1. Kontaminationen durch Leckagen an unter-/oberirdischen Tanks und unter-/oberirdischen Rohrleitungen (Pipelines)
  2. Kontaminationen durch Ablassen von teilweise komplett gefüllter Kesselwage-Zügen, Tropfverluste bei Betankungsvorgängen
  3. Kontaminationen durch nicht-sachgerechte Entsorgung (Vergraben) von Tank-Schlämmen, Munitions-Bestände und anderen Reststoffen

Diese sind sowohl bodennah als auch in z.T. noch 15 Metern Tiefe oder mehr anzutreffen.
Erschwert wird die Aufklärungsarbeit der Bürgerinitiative durch die mangelnde Transparenz der beteiligten Behörden:

3 Hauptanliegen der Bürgerinitiative:

  1. Sanierung Grundwasser
  2. Stillegung Tanklager
  3. Rückbau und Zukunftskonzepte

1. Forderung: Schnellstmögliche und umfassende Sanierung des Grundwassers und der kontaminierten Böden auf dem Gelände des Tanklagers

Das Tanklager Farge ist inmitten Bremens einzigen Wasserschutzgebietes und nur wenige Kilometer von Bremens Trinkwasserbrunnen entfernt.

Untersuchungen haben quantifiziert, was schon seit den 1980er Jahren bekannt war: in fast allen Bereichen des Tanklagers, der Pipelines und des Hafens sind z.T. umfangreiche Kontaminationen des Bodens und des Grundwassers.

Durch den Prozess der Diffusion dringen die mittlerweile bekannte Schadstoffe BTEX und MTBE immer mehr in der Grundwasser und durchdringen es sogar unabhängig von Strömungen. Völlig unbeanwortet ist aber, welche militärischen Treibstoff-Additive sonst gelagert wurden und möglicherweise zusätzlich ins Grundwasser dringen.

Hinzu kommt die stetige Steigerung der Grundwasserentnahmen, die die Grundwasser-Hauptströmung vom Tanklager weg von der Weser und nun mehr und mehr in Richtung Trinkwasserbrunnen in Blumenthal zieht.

Umweltsenator und Umweltbehörde gehen bei den öffentlichen Äußerungen lediglich von der Fließgeschwindigkeit des Grundwassers aus. Mit dieser Rechnung würden schon in 5-8 Jahren die Grenzwerte überschritten (was aber bedeutet, daß vorher schon die Schadstoffe unterhalb der Grenzwerte ins Trinkwasser gelangen). Berücksichtigt man jedoch auch die Diffusions-Geschwindigkeit, die geschwindigkeitserhöhend ist, kann man sogar von nur etwa 4 Jahren ausgehen.

Auswertungen der Bürgerinitiative (Video oder Kurzpräsentation) der vom Bremer Umweltsenator veröffentlichten Daten lassen die Interpretation zu, daß alleine die Sanierung des Verladebahnhofs 2 des Tanklagers beim jetzigen Tempo noch über 1000 Jahre (!) beanspruchen würde, wenn sie nicht dramatisch forciert wird! Eine Sanierung der Verseuchungen des Verladebahnhofs 1, des Hafens und der anderen über 100 anderen Verdachtsflächen hat noch nicht einmal begonnen. Zudem weigert sich das Bremer Umweltamt, das entsprechende Gutachten (1. Sachstandsbericht) der Öffentlichkeit zugängig zu machen. Begründung: man „befürchte die Verbreitung“!

Dem gegenüber stehen Aussagen des Umweltsenators, der von einer „kompletten Sanierung des Grundwassers“ in 10 Jahren ausgeht (Weser-Kurier vom 08.09.2013).

Außerdem nennt der Umweltsenator im selben Artikel einen Anteil des (nicht „der“) Blumenthaler Brunnen von 10% vom Gesamtbremer Trinkwasser aus. Dem gegenüber stehen aber Informationen, die von 50-60% Anteil aller Blumenthaler Brunnen sprechen.
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2. Forderung: Endgültige und dauerhafte Stilllegung gesamten Tanklagers Anlage durch Entzug/Rückgabe der Betriebgenehmigung

Die konzeptionel veraltete Anlage wurde immer nur auf Stand der Technik zum Zeitpunkt der Erbauung gehalten, da weitergehende Änderungen (=Verbesserungen) zu einer sog. „wesentlichen Änderung“ geführt hätten, die eine Änderung der behördlichen Betriebsgenehigung erfordert hätten. Um dies zu umgehen und damit den Bestandsschutz beanspruchen zu können, ist die Anlage bis heute noch im wesentlichen so zu betreiben, wie bei der Inbetriebnahme vor ca. 80 Jahren, d.h.

  • keine automatisierte Überwachung, die z.B. einem automatischen Abschalten von Pumpen bei Leckagen führen würde
  • keine doppelwandigen Tanks mit Leckageüberwachung und -verhinderung
  • keine doppelwandigen Rohrleitungen mit Leckageüberwachung und -verhinderung
  • keine Aktivkohlefilter an Entlüftungen

Diese Punkte sind aber wesentliche Forderungen an eine Anlage, um heutigem Regelwerk zu entsprechen, z.B.:

  • VAwS – Verordnung über Anlagen mit Wassergefährdenden Stoffen
  • 4. BImSchV ƒüber genehmigungsbedƒürftige Anlagen
  • 9. BImSchV ƒüber das Genehmigungsverfahren
  • 22. BImSchV füƒr Immissionswerte füƒr Schadstoffe in der Luft
  • 39. BImschV für Luftqualitätsstandards um Emissionshöchstmengen
  • TA Luft – Technischen Anleitungen zur Reinhaltung entsprechend § 48 BImSchG

Kurz gesagt: diese Anlage, zudem inmitten eines (mittlerweile, da 80 Jahre später) Wohngebietes, mitten in einem Wasserschutzgebiet hätte keine Chance, je wieder in Betrieb zu gehen.

Zum 30. Mai 2013 lief der Betreibervertrag des Bundes mit der Firma TanQuid aus. Wäre das mittlerweile zum Verkauf angebotene Tanklager „erst einmal“ stillgelegt worden, wäre automatisch die Betriebsgenehmigung nach Ablauf von 3 Jahren erloschen. Die Bundesrepublik Deutschland als Besitzer der Immobilie (durch die BImA) umgeht dies jedoch, indem sie das „restenleerte“ Tanklager durch die Bundeswehr im sog. „Stillstandbetrieb“ betreiben lässt.

Kein Weg führt an einer Stilllegung des Tanklagers vorbei!
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3. Rückbau und die Ausarbeitung zukünftiger Nutzungsmöglichkeiten, die unsere natürlichen Lebensgrundlagen (Luft, Wasser, Boden) nicht gefährden!

Erst durch einen umfassenden Rückbau kann eine weitere Verschmutzung der Natur ausgeschlossen werden. Das über 300 Hektar große Gelände bietet umfassende Möglichkeiten zur zukünftigen Nutzung nach Abschluss von Sanierung und Rückbau. Mögliche Nutzungskonzepte könnten z.B. umfassen:

…und vieles mehr! Haben Sie Ideen und wollen eine gesunde Zukunft mitgestalten? Unter Termine >> nächste Termine können Sie sich über die Arbeitstreffend er Bürgerinitiative informieren und sind zur Teilnahme herzlich eingeladen!
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